Geomimetik
Gläser zeichnen sich durch ihre hohe Beständigkeit gegenüber fast allen Chemikalien aus. Diese Beständigkeit begründet ihren Einsatz als Behältermaterial für Lebensmittel, Pharmazeutika bis hin zu Kampfmitteln oder radioaktiven Abfällen. Doch können Gläser korrodieren oder verwittern, etwa im allzu häufigen Kontakt mit den Reinigungsmitteln in einer Spülmaschine.
Auch in der Solartechnik spielt Glas eine große Rolle. Ihre Bedeutung nimmt vor allem in der Energie- und der Trinkwassergewinnung zu. Für Photovoltaik, Solarthermie oder solare Meerwasserentsalzung steht dabei die Dauerhaftigkeit der für diese Methoden eingesetzten technischen Gläser im Mittelpunkt, denn die Effizienz solarer Systeme ist abhängig von ihrer Betriebszeit.
Die technischen Gläser möglichst dauerhaft vor Korrosion zu schützen, ist daher Ziel des NTH-Projektes „Geomimetik“. Wissenschaftler aus den Bereichen Mineralogie, Bodenkunde, Physikalische Chemie und Materialwissenschaften klären die chemischen und physikalischen Grundlagen der Korrosionsprozesse auf, um eine Vorhersage über die chemische Stabilität von Gläsern zu treffen, die in Kontakt mit salzhaltigen Lösungen treten.
Dabei sollen zum einen natürliche silicatische Gläser untersucht werden, die über Jahrmillionen der Erdgeschichte den Umwelteinflüssen ausgesetzt gewesen sind. Zum anderen sollen unter Laborbedingungen Korrosionsprozesse experimentell simuliert werden. Aus der Kombination der Daten aus den natürliche Proben und den künstlich korrodierten Materialien erhoffen sich die Forscher genauere Erkenntnisse, wie Gläser beschaffen sein müssen, um die Korrosion länger zu unterdrücken.

- Basaltstück mit Korrosionsschicht



